Wer am Samstag Abend, den 10. Januar 09, den Weg zum Hütthof gefunden hat, durfte Zeuge einer ganz besonderen Premiere werden. Vor ausverkauftem Hause präsentierte der Jugendclub des Theater Metronoms nach 9 Monaten Probenarbeit das selbst entwickelte Stück „Aufstand der Schokotörtchen“.

Um den Selbstmord dreier Freunde zu verarbeiten, beschließt eine Gruppe Jugendlicher eine Fernsehsendung zu drehen. Dazu brechen sie nachts in ein Fernsehstudio ein und inszenieren eine Game Show nach ihren ganz eigenen Regeln...

Unter dem Motto „Der Preis ist heiß“ treten zwei Teams gegeneinander an. Jeweils ein Kandidat aus jedem Team muss einen „Heißen Draht“ anfassen. Der Clou dabei: Je lauter das Publikum und das gegnerische Team klatschen, desto höher wird die elektrische Spannung auf dem Draht. Schließlich hat Team A gewonnen und Versager B muss sich dem Spott der Anderen und den Vorwürfen seines Teams stellen.

In der Werbepause schlüpfen die Darsteller in die Rolle der acht Schokotörtchen, die jede ihre ganz eigene Besonderheit aufweisen, mit der sie Aufmerksamkeit verlangen.

Dann folgt ein Gewinnspiel, bei dem drei kleine Kinder aus der Dritten Welt zu gewinnen sind. Beide Teams laufen dazu mit verbundenen Augen über ein mit Papptellern ausgelegtes Minenfeld, um zu einer Puppe zu gelangen. Das Team, welches sie als erstes berührt, gewinnt die Kinder. Nach kurzer Zeit sind beide Teams stark dezimiert - die Minen gehen schließlich bei der kleinsten Berührung hoch. Doch selbst der letzten Kandidatin gelingt es durch die geschickte Manipulation der Moderatoren nicht, die Puppe zu ergreifen. Auch sie tritt schließlich auf ein Minenfeld und stirbt.

Durch die überspitzte Darstellung der Charaktere ist das Stück trotz seiner ernsten Thematik äußerst humorvoll. Insbesondere die Willkür der Moderatoren wird sehr treffend dargestellt.

Zwischendurch erzählen die 16- bis 19jährigen immer wieder vom Schicksal ihrer drei Freunde Angie, Natascha und David. Sie haben die Clique verlassen und sich umgebracht. Warum?

Sie üben Kritik an der Gesellschaft und appellieren an alle, nicht weg zu gucken: Es ist ein Spiel gegen das Schweigen.

Als die Alarmanlage versehentlich ausgelöst wird, verlässt die Gruppe hektisch das Studio. Die Flucht gelingt und so können sie ihre Botschaft dem Publikum mitteilen: Sie lieben das Leben und ihre Freunde hätten es auch lieben können. (ab)