Tierheim Verden

Reger Verkehr im Tierheim

Seit 1955 gibt es den Verein “Der Tierschutz in Verden und Umgebung e.V.”, der neben den allgemeinen tierschützerischen Aufgaben seit dieser Zeit auch die Unterbringung und Betreuung von gefundenen oder abgegebenen Hunden, Katzen und anderen Kleintieren übernimmt. Dazu wurde im Jahr 1998 das Tierheim in Verden-Walle gegründet.

In der Anfangszeit wurden die Tiere noch privat auf dem Grundstück von Vereinsmitglied Erich Bargenheim in Klein-Hutbergen untergebracht, das später durch den Tierschutzverein erworben wurde. Aufgrund des unzureichenden Platzangebotes und der damit verbundenen Probleme in der täglichen Versorgung der Fund- und Abgabetiere, begann im Jahre 1995 die Suche nach einem geeigneten Grundstück für die Erstellung eines Neubaus.

Neubau im Jahre 1998

Viele Standorte wurden ins Auge gefasst, bis schließlich die Stadt Verden das Gelände gegenüber der damaligen Autobahnmeisterei an der Autobahnabfahrt Verden-Nord, für eine symbolische Pacht von damals 1,- DM pro Jahr, zur Verfügung stellte. Offiziell eröffnet wurde das Tierheim in Verden-Walle im Oktober 1998. Seitdem wechseln jährlich etwa 1000 Tiere ihre Besitzer. Viele von ihnen können glücklicherweise bereits nach kurzem Aufenthalt wieder vermittelt werden.

Bedingt durch gesundheitliche Probleme des Besitzers, Umzug oder z.B. Trennung vom Partner kann es vorkommen, dass eine artgerechte Betreuung des Haustieres nicht mehr möglich ist. Oftmals wird der Weg zum Tierheim gesucht, um das Tier dort abzugeben. Dabei muss die Aufnahmemöglichkeit im Hinblick auf die Kapazitätsgrenzen beachtet werden. Das Tierheim ist nicht verpflichtet abgegebene Tiere aufzunehmen.

Da mit der Betreuung der Tiere ein nicht unerheblicher Kostenaufwand verbunden ist, werden dafür Gebühren erhoben. Außerdem soll so verhindert werden, dass die Einrichtung zu einer Anlaufstelle für unerwünschte und abgeschobene Haustiere missbraucht wird, was leider oftmals der Fall ist.

Deshalb sollte sich jeder vor der Anschaffung eines Tieres darüber Gedanken machen, ob er wirklich bereit ist dem Tier bis zu dessen Lebensende Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken.

Größtenteils Fundtiere

Die meisten in Walle betreuten Katzen und Hunde sind jedoch Fundtiere. Die diesbezügliche Statistik der letzten Jahre bringt einen zum Nachdenken. Demnach wurden im letzten Jahr 436 Katzen gefunden, von denen nur 20 wieder abgeholt wurden. Erschreckend, wenn man sieht, wie manche Menschen demzufolge mit ihren Tieren umgehen. Gechipt waren diese Tiere fast alle nicht (beim Tierarzt kann man gegen eine geringe Gebühr einen Wiedererkennungschip unter die Haut des Tieres legen lassen), auch bei den abgegebenen Tieren sind nur wenige geimpft, kastriert und gechipt.

Dass die Katzen nicht kastriert sind, hatte zur Folge, dass dieses Jahr bereits fünf Katzen verfrüht Junge bekommen haben, die nun, wie auch viele weitere Katzen, ein neues Zuhause suchen. Darunter befinden sich auch 40 Verwilderte. Da diese scheu sind werden tierliebe Menschen gesucht, die diesen Tieren zwar Platz (Scheune/Bauernhof) bieten können, aber die Tiere nicht als Hauskatzen halten möchten. Sie sind kastriert und geimpft und eignen sich hervorragend als Mäusejäger.

Im Verdener Tierheim leben aber auch Hunde und Katzen, die aufgrund ihres Alters oder wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr vermittelbar sind. Diese Tiere werden ebenfalls liebevoll gepflegt und umsorgt. Für sie werden immer Paten gesucht, die sich an den anfallenden Kosten für ein bestimmtes Tier beteiligen.

Verträge mit Städten

und Gemeinden

Der Träger des Verdener Tierheim ist ein Verein. Es wird also nicht, wie oftmals vermutet, vom Landkreis oder der Stadt Verden betrieben. Bedingt durch vertragliche Vereinbarungen mit den Städten und Gemeinden des Landkreises, werden im Tierheim die Fundtiere von dort aufgenommen. Im Gegenzug erhält das Tierheim so genannte Fundtierkostenerstattungen. Die Höhe dieser Erstattungen deckt jedoch nur ca. 25 % der dadurch entstehenden Kosten ab.

Auf Spende angewiesen

Das Tierheim benötigt aus diesem Grund weitere Einnahmequellen. Hierbei handelt es sich unter anderem um Mitgliedsbeiträge, Spenden, Pensions- und Vermittlungsgebühren. Soweit es die Platzverhältnisse im Tierheim erlauben, kann man z.B. wegen einer Urlaubsreise sein Tier auch für einen kurzen Zeitraum in Pflege geben. Seit Mitte der achtziger Jahre engagiert sich die Firma Mars zunehmend als Sponsor des Tierheims, liefert kostenlos Futter sowie viele weitere für die Tiere notwendigen Artikel. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Finanzierung des Tierheimbetriebes ist die Erhebung der Gebühren. Wer ein Tier aus dem Tierheim zu sich nehmen möchte, muss nach der Auswahl des neuen Familienmitglieds eine Vermittlungs- bzw. Schutzgebühr entrichten, um so den Heimbewohnern eine gewisse Form von Sicherheit und Fürsorge mit auf den Weg zu geben. (Text: sth, Fotos: lm)