Stöbereckchen heißt seit letztem Monat der kleine Laden, den die AWO Ende letzten Jahres in Oyten-Bassen eröffnet hat. In der kleinen Secondhand-Boutique werden gespendete Waren zu günstigen Preisen verkauft.

Das Hauptangebot des Ladens machen Kleidungsstücke aus. Es gibt aber auch Kinderspielzeug, Haushaltsartikel, Schmuck, Bücher, Videos, CDs und vieles mehr. Das vorrangige Ziel des Projektes ist es, Menschen mit geringem Verdienst mit guten Produkten zu günstigen Preisen zu versorgen. Das Angebot ist jedoch offen für alle, unabhängig von den Einkommensverhältnissen. Menschen mit Hartz IV-Bescheinigung, Tafelausweis oder geringer Rente haben die Möglichkeit sich eine Kundenkarte ausstellen zu lassen und müssen dann für alle Waren nur den halben Preis bezahlen, erläutert Initiatorin Dagmar Guse. Die so erzielten Einnahmen dienen in erste Linie dazu die laufenden Kosten zu decken. Dies sind in erster Linie die Nebenkosten und der Lohn für die hauptamtliche Leiterin. Sollten darüber hinaus Gewinne erwirtschaftet werden, kommen diese der gemeinnützigen Arbeit der AWO im Landkreis Verden zugute.

Über die genannten Ausgaben hinaus sind die Unterhaltskosten des Stöbereckchens vergleichsweise gering: Nach Presseberichten zur Eröffnung und durch „Mundpropaganda“ meldeten sich zahlreiche Freiwillige, die ehrenamtlich für das Projekt arbeiten und nun ein festes Ladenteam von 25 Personen bilden.

Unterstützung durch Bürgermeister Cordes

Bei der Suche nach geeigneten preisgünstigen Räumen war Oytens Bürgermeister Manfred Cordes behilflich. So kam der Kontakt zu dem Vermieter der im Einkaufsareal am Ortsausgang von Bassen gelegenen Räumen zustande. Diese standen zuvor leer und werden der AWO von dem Investor mietfrei als Spende zur Verfügung gestellt.

Mit der Resonanz seit der Eröffnung am 9. Dezember 2011 sind die Betreiber sehr zufrieden. Wie erhofft wird der Laden von Menschen aller Bevölkerungsschichten aus dem gesamten Landkreis Verden zum Einkaufen genutzt.

Darüber hinaus hat das Stöbereckchen auch eine Funktion als Treffpunkt: Es gibt eine Kinderspielecke und ein anderer Bereich ist als Café gestaltet und wird ebenfalls rege genutzt. Hier kann man sich bei Kaffee und Keksen ausruhen und einen „Klönschnack“ abhalten. Der Kaffee wird kostenlos gegen eine freiwillige Spende ausgeschenkt.

Auch mit der Spendenbereitschaft ist das Ladenteam zufrieden. Von Privatpersonen, Firmen und dem Nachlass von Geschäftsschließungen werden regelmäßig Dinge gebracht oder in Form von Kleiderspenden auch in den Container vorm Stöbereckchen geworfen. Bis auf wenige unrühmliche Ausnahmen handelt es sich dabei um gut erhaltene Textilien, die möglichst gewaschen abgegeben werden sollten, so dass sie ohne großen Zusatzaufwand für die Ehrenamtlichen direkt weiter verkauft werden können.

Überschüssige Waren werden von der AWO an die Deutsch-Polnische Gesellschaft oder das „Möbellager“ in Verden weiter gespendet.

Zuästzliche Öffnungszeiten

Für die Namensfindung wurde sich Hilfe von den Besuchern geholt. Den häufig für solche Projekte verwendeten Namen „Sozial- laden“ fanden die Initiatoren irreführend, da er leicht zu der Annahme führt, dass hier nur Bedürftige einkaufen dürfen. Deshalb wurde nach der Eröffnung zur Ideenfindung aufgerufen und seit 1. März heißt das Geschäft nun „Stöbereckchen“.

Mit dem Namen haben sich auch die Öffnungszeiten geändert. Aufgrund der großen Nachfrage ist ebenfalls seit 1. März von Mo. bis Fr. in der Zeit von 10 bis 18 Uhr und jeden 1. Sa. im Monat zusätzlich von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Das Stöbereckchen ist ansässig im Sonnenblumenweg 8, beim „neuen“ Kreisverkehr am Ortsausgang von Bassen in Richtung Ottersberg.