Rotenburg/Verden. Beim geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Rotenburg und Verden wächst der Druck aus der Region. Mehrere Kommunen entlang der Strecke fordern vom Bund und der Deutschen Bahn, zugesagte Maßnahmen endlich verbindlich umzusetzen.

In einem gemeinsamen Positionspapier wenden sich die Städte und Gemeinden an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie an Abgeordnete von Bund und Land. Kernforderung: Die 2021 vom Bundestag beschlossenen Maßnahmen dürfen nicht auf dem Papier stehen bleiben.

Mosterei Finkenburg
Offene Fragen bei zentralen Umbauten
Seit Jahren treiben Rotenburg (Wümme), Sottrum, Bothel, Kirchlinteln und Verden das Projekt gemeinsam voran. Der Ausbau gilt als wichtiger Baustein für eine leistungsfähigere Schienenverbindung in der Region.
Doch inzwischen zeigt sich: Entscheidend ist nicht nur die Strecke selbst, sondern die Infrastruktur drum herum. Vor allem bei der geplanten Aufhebung von Bahnübergängen hakt es.
Diese sollen durch Brücken oder Unterführungen ersetzt werden. Genau dafür fehlt aktuell die gesicherte Finanzierung.
Nach Angaben der Kommunen hat die Bahn-Tochter DB InfraGO signalisiert, dass die Finanzierung über das Eisenbahnkreuzungsgesetz derzeit nicht abgesichert ist. In der Folge wird offenbar geprüft, den Ausbau vorerst ohne diese Maßnahmen umzusetzen – also mit bestehenden Bahnübergängen.
Deutliche Kritik aus der Region
Für die betroffenen Orte ist das keine tragfähige Lösung. Die Kommunen warnen vor konkreten Folgen im Alltag:
- längere Wartezeiten an geschlossenen Übergängen
- Einschränkungen für Rettungsdienste
- zusätzliche Belastungen im Straßenverkehr
- Probleme beim Lärmschutz
Besonders im Fokus stehen mehrere Übergänge zwischen Verden und Kirchlinteln, etwa in Walle und Holtum Geest. Für diese Bereiche liegen bereits Varianten für Ersatzbauwerke vor.
Forderung nach integrierter Planung
Die Kommunen machen deutlich, dass sie den Ausbau nur mittragen, wenn die Begleitmaßnahmen verbindlich geregelt sind. Sie verlangen eine integrierte Planung, bei der der Streckenausbau und die Umgestaltung der Übergänge gemeinsam gedacht und umgesetzt werden.
Ein nachgelagertes Vorgehen lehnen sie ab.
Zugleich fordern sie vom Bund, die 2021 zugesagte finanzielle Absicherung für die Auflösung der Bahnübergänge klar zu bestätigen – ohne zusätzliche Belastung für die Kommunen.
Region zeigt Geschlossenheit
Auffällig ist die Einigkeit innerhalb der Region. Trotz unterschiedlicher Betroffenheit treten alle beteiligten Kommunen gemeinsam auf.
Sie betonen ihre Unterstützung für den Ausbau der Schiene und die Verkehrswende – machen aber gleichzeitig klar, dass Akzeptanz vor Ort an verlässlichen Lösungen hängt.
Der Konflikt verlagert sich damit weg von der Frage, ob gebaut wird, hin zu der Frage, wie.


