Die derzeitige Wetterlage mit Schnee und Eis stellt eine Ausnahmesituation dar.
Darauf weist Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld aufgrund vieler Nachfragen und
Hinweise hin, die der Stadtverwaltung erreicht haben. „Alle Kommunen haben seit 15
Jahren nicht mehr solch einen Winter erlebt“, betont er und sieht angesichts der
Wetterprognosen für die nächsten Tage auch so schnell keine Besserung. Solch ein
Winter bringe nun mal Beschwerlichkeiten für alle mit sich. Daher seien auch alle
gemeinsam in der Pflicht: „Wir als Stadt und die Bürgerinnen und Bürger, die
Grundstücke in Achim besitzen“.
Der Bauhof mit seinem rund 50 Beschäftigten und zusätzlich das Hausmeisterteam
mit zwölf Kräften arbeiten aktuell bereits am Limit und werden zum Wochenende hin
erstmals in seiner Geschichte in einen Winterdienst-Schichtbetrieb wechseln. „Das ist
leider notwendig, weil diese Ausnahmesituation das erforderlich macht. Dafür danke
ich allen Beschäftigten, die mit dem Winterdienst befasst sind“, sagt der
Bürgermeister. Leichter wird die Lage aktuell auch nicht dadurch, dass die Streusalz-
Lieferketten länger als üblich sind, weil alle Kommunen nun das Streugut benötigen

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und gleichzeitig nur bedingte Mengen lagern können. Dennoch müsse die
Anschaffung im Voraus geplant werden, „und das bei sich ändernden
Wetterprognosen“.
Der Verwaltungschef erinnert daran, dass in Achim – wie anderswo auch – nur ein
eingeschränkter Winterdienst gilt und daher grundsätzlich nicht alle Straßen und
Wege im Stadtgebiet abgestreut oder geräumt werden können. Der Bauhof hat einen
festgelegten Streu- und Räumplan abzuarbeiten und das nicht nur einmal. „Bis
Straßen komplett vom Eis befreit sind, muss das Streufahrzeug mindestens drei Mal
die jeweilige Straße abgefahren sein“, weiß Ditzfeld. Und dann sei nur eine Straße
vorerst erledigt.
Derzeit hat der Bauhof diesen vorgegebenen Plan abgearbeitet und die betroffenen
Straßen und Wege an öffentlichen Grundstücken weiterhin dennoch fest im Blick,
weil aufgrund von sich ändernden Temperaturen und Niederschlag Nacharbeiten
notwendig sind. Neben den Einfahrt- und Durchfahrtstraßen sieht der Plan unter
anderem von Fußgängern stark frequentierte Bereiche vor. Ebenso pro Schule einen
offiziell festgelegten Haupt-Schulweg, der nicht zwangsweise der Schulbusroute
entsprechen muss. Das Volumen des Plans entspricht der personellen und
materiellen Ausstattung des Bauhofs, die für einen „normalen“, üblichen Winter
ausreicht. „Derzeit ist die Lage aber eine Besondere“, sagt Rainer Ditzfeld. Getan
werde deshalb, was möglich sei.
Daher könnten weitere Straßen und Flächen nur dann zusätzlich von der Stadt
Achim gestreut oder geräumt werden, wenn auch die Ressourcen über die Erfüllung
des Streu- und Räumplans hinaus zur Verfügung stehen. Das gilt beispielsweise
auch für öffentliche Parkplätze, auf denen laut Plan nur eine 1,50 Meter breite Spur
freigemacht werden muss.
„Es ist in Achim wie auch in unseren Nachbarkommunen nichts Ungewöhnliches,
dass die Nebenstraßen nicht ausreichend abgestreut oder geräumt werden können“,
macht Ditzfeld deutlich. Daher sei es wichtig, dass die Grundstückseigentümerinnen
und -eigentümer ihren Pflichten nachkommen und jeweils einen 1,50 Meter breiten
Streifen freimachen oder abstreuen. Wer keinen Fußweg vor seinem Grundstück hat,
muss die Schneise auf der Fahrbahn anlegen. Das ist in Achim in einer
entsprechenden Satzung und Verordnung geregelt.
Weitere Informationen gibt es unter www.achim.de/winterdienst.
(pm)


