Am 25. Juli fand die Generalprobe statt, gefolgt von der Premiere am 26. Juli. Noch bis zum 9. August verwandelt sich der Verdener Domplatz in eine beeindruckende Open-Air-Bühne für das diesjährige Theaterspektakel „Die Zündholzfrau“. Statt ins Mittelalter führt die Geschichte diesmal ins Jahr 1878 – mitten in die Zeit der Industrialisierung.
Das Bühnenbild von Henning Diers – gestaltet in einer Scheune in Mehringen – ist ein stimmiges Gesamtkunstwerk aus beweglichen Elementen, skulpturalen Formen und atmosphärischer Lichtführung. Ein fahrbares Requisit sorgt für einen überraschenden Moment auf der etwa 40 Meter breiten Freilichtbühne, wo rund 150 Mitwirkende das Publikum in eine aufwühlende Zeit entführen.

Mosterei Finkenburg
Im Zentrum des Stücks steht Willibert Stendel, gespielt von Andreas Brendel: ein erfolgreicher Unternehmer mit Zündholzfabrik, Verlag und Theater – und zugleich ein Mann, der mit den Schatten seiner Kindheit ringt, ausgelöst durch das autoritäre Erziehungsklima und die Härte seines Vaters. In Gedanken begegnet er immer wieder dem verletzlichen Kind, das er einmal war – eindrucksvoll verkörpert vom zehnjährigen Flemming Ovid Blohme aus Intschede, der sich aus eigener Initiative zum Casting beworben hatte und nun seine erste große Rolle spielt.
Als Willibert auf die mutige Arbeiterführerin Klara Libschütz (Vania Brendel) trifft, gerät sein Weltbild ins Wanken. Klara und ihr Bruder Otto (gespielt von Bernd Maas) organisieren Widerstand gegen Ausbeutung – und fordern die bestehenden Verhältnisse heraus.
Auch bekannte Namen aus der Verdener Geschichte tauchen auf: etwa Bürgermeister Theodor Otto Münchmeyer (gespielt von Uwe Pekau) oder die Frauenrechtlerin Anita Augspurg (Yumi Harbauer).
„Die Zündholzfrau“ zeigt, wie tief Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen – und erinnert daran, dass Mut zur Veränderung oft dort beginnt, wo andere wegsehen.
Alle Termine und Informationen unter: www.dfsverden.de


