Streng geschützte Tierart gesichtet
Landkreis. Ende Oktober wurde die seltene europäische Wildkatze im Landkreis
Verden gesichtet. Das Tier war im Bereich Specken/Haberloh in eine von einem Jäger
aufgestellte Lebendfalle gegangen und wurde nach Fotodokumentation sofort wieder
freigelassen. Nach Angaben der unteren Naturschutzbehörde ist es der erste
Nachweis der streng geschützten Wildkatze im Landkreis überhaupt und etwas ganz
Besonderes.
Wildkatzen brauchen ausgedehnte, ruhige, intakte Wälder mit gutem Altholzbestand,
insbesondere an alten Eichen, sowie alte Baumhöhlen oder Dachsbauten für die
Aufzucht der Jungen. Sie sind standorttreu, einzelgängerisch und ernähren sich von
Mäusen. Wichtig, so die Naturschutzbehörde, sei zudem eine gute Vernetzung ihrer
Lebensräume in der Landschaft durch Hecken und Feldgehölze, da ohne diese
Strukturen kein Austausch der Einzelpopulationen in der Agrarlandschaft möglich sei.
Die Wildkatze kam ursprünglich in ganz Deutschland vor. Die geschätzte Population in
Niedersachsen beläuft sich auf zirka 800 Tiere. Deutschlandweit wird von einem
Bestand von rund 5.000 bis 8.000 Tieren ausgegangen.
In Niedersachsen kommen Wildkatzen mit einem recht stabilen Bestand vor allem im
waldreichen Süden des Bundeslandes, beispielsweise im Solling, vor. In den
Nachbarlandkreisen gab es in den letzten Jahren Nachweise (DNA-Haaranalyse) von
Einzelgängern unter anderem im Landkreis Nienburg und im Heidekreis.
Die typischen Merkmale einer europäischen Wildkatze sind ihr dicker, buschiger
Schwanz mit zwei bis drei schwarzen geschlossenen Ringen und einem schwarzen
stumpfen Ende. Weitere Kennzeichen sind ein breiter und wuchtiger Kopf, kräftige
Läufe, die dicker sind als bei einer Hauskatze, und eine meist fleischfarbene Nase.
Aufgrund der hohen Verwechslungsgefahr mit einer getigerten Hauskatze bittet die
Naturschutzbehörde insbesondere Jagdausübungsberechtigte, Mitarbeitenden von
Tierheimen und Bauhöfen bei Katzenfunden (auch überfahrene Katzen an Straßen)
vermehrt auf Wildkatzenmerkmale zu achten. Nachweise können der
Naturschutzbehörde unter naturschutz@landkreis-verden.de gemeldet werden.(pm)



