Landrat appelliert, nur verlässliche Informationsquellen zu nutzen
Landkreis. Fake News, also in manipulativer Absicht in den Medien und im Internet,
insbesondere in den sozialen Medien verbreitete Falschmeldungen, spielen auch auf
regionaler Ebene eine zunehmend größere Rolle. Das musste jüngst auch wieder die
Kreisverwaltung Verden erfahren, nachdem im Netz Falschmeldungen über mögliche
Schulausfälle kursierten.
Am Montagabend tauchte in den sozialen Netzwerken eine mutmaßlich KI-generierte
Bildmontage der Landkreis-Homepage auf. In der manipulierten Meldung wurde ein
erneuter Schulausfall für Dienstag angekündigt. Der Landkreis reagierte umgehend mit
einer Richtigstellung auf seiner Internetseite. Die Kreisverwaltung hat umgehend
Strafanzeige wegen Amtsanmaßung gestellt und hofft, darüber den Urheber der
Falschmeldung zu ermitteln.
„Behörden und Institutionen sehen sich im Internet zunehmend mit Beiträgen und
Meldungen konfrontiert, in denen nicht nur Gerüchte geäußert und ungeprüft
weitergeben werden, sondern in denen ganz gezielt Falschmeldungen und gefälschte
Inhalte anonym weiterverbreitet werden“, umreißt Landrat Peter Bohlmann das
Problem. Was man im Falle der Fake-Meldung zum Schulausfall durch eine schnelle
Reaktion des Landkreises noch habe einfangen können, könne in anderen Bereichen
wie beispielsweise dem Katastrophenschutz zu massiven Auswirkungen und
Gefährdungen führen, so der Landrat.
Bohlmann erinnert dabei an das Hochwasser im Landkreis Verden zum Jahreswechsel
2023/2024. Während sich die Einsatzkräfte um die Sicherung der Deiche kümmerten,
wurden auf Social Media-Plattformen, in Foren und Chatgruppen Mutmaßungen
angestellt und Gerüchte gestreut. Darin hieß es, dass Deiche unmittelbar vor dem
Durchbruch stünden oder Pflegeheime bereits evakuiert würden.
„In den sozialen Medien neigen leider viele Menschen dazu, Meldungen, die ihnen von
Bekannten oder aus Newsgruppen zugeleitet werden, ungeprüft und ungefiltert
weiterzugeben und damit – bewusst oder unbewusst – eine Welle der Desinformation,
wenn nicht sogar Hysterie und Panikmache auslösen zu können“, betont Bohlmann.
Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verbreitung falscher und
manipulativer Informationen sei es die Pflicht jeder Bürgerin und jedes Bürgers, sich
valider, zuverlässiger Informationskanäle zu bedienen, statt Gerüchten aus dem Netz
aufzusitzen, appelliert Landrat Bohlmann. Das seien beispielsweise im Falle eines
möglichen Unterrichtsausfalls die Internetseite des Landkreises Verden oder die
Homepage der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen. In anderen Fällen
könnten das Behördenseiten, Informationen von Polizei und Feuerwehr sowie seriöse
Nachrichtensender und Zeitungen sein. (pm)



