Was hinter dem aktuellen Kettenbrief steckt

Immer wieder tauchen auf Facebook Beiträge auf, die Panik verbreiten:
Ab Montag soll die Nutzung plötzlich kostenpflichtig werden, Bilder würden ohne Zustimmung verwendet, und nur wer einen bestimmten Text postet, könne das verhindern.
Auch aktuell kursiert wieder so ein Text – er beginnt meist mit den Worten:
„Ich deaktiviere auch!“
und enthält Sätze wie:
Facebook wird ab Montag alle Nutzer berechnen.
Du kannst Dich dafür abmelden.
Es darf nicht geteilt werden.
Ich gebe Facebook nicht die Erlaubnis, meine Bilder zu nutzen.
Was davon stimmt?
Nichts.
Dieser Text ist ein alter Kettenbrief, der regelmäßig in neuer Verpackung auftaucht. Der Wortlaut ändert sich, das Prinzip bleibt gleich:
Falschinformationen verbreiten sich – oft in gutem Glauben weitergeleitet.
Die Fakten im Überblick:
- Facebook bleibt in der Grundversion kostenlos.
Es gibt zwar kostenpflichtige Zusatzfunktionen (z. B. der „blaue Haken“), aber niemand ist gezwungen, diese zu nutzen. - Ein Facebook-Post schützt keine Daten.
Wer Inhalte postet, stimmt den AGB zu. Das lässt sich nicht per Statusmeldung widerrufen. - Meta ist kein öffentlicher Dienst.
Facebook ist ein Unternehmen, keine staatliche Einrichtung. Es gelten die Nutzungsbedingungen, keine „Facebook-Grundrechte“. - Deine Bilder gehören weiterhin dir.
Du gibst Facebook lediglich die Erlaubnis, sie technisch darzustellen. Das steht so auch in den AGB.
Was hat es mit KI-Training auf sich?
Meta weist inzwischen darauf hin, dass öffentlich sichtbare Inhalte wie Reels oder Kommentare für das Training von KI-Modellen genutzt werden können.
Private Inhalte, Nachrichten oder enge Freunde-Posts sind davon nicht betroffen.
Widerspruch ist möglich:
Einstellungen → Kontoinformationen → Recht auf Widerspruch → KI-Datenverarbeitung
(Dieser Vorgang funktioniert nur über den Browser, nicht in der App.)
Fazit:
Der aktuelle Kettenbrief ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich Falschinformationen auf sozialen Plattformen verbreiten können.
Wer seine Daten schützen will, sollte das über die Privatsphäre-Einstellungen tun – nicht durch das Kopieren und Einfügen von Texten.



