Das zweiköpfige hauptamtliche Team des Achimer Stadtarchivs, das von
ehrenamtlichen Kräften unterstützt wird, hat eine neue Broschüre über die
„Stolpersteine in Achim“ erarbeitet und herausgebracht. Das etwa 50 Seiten starke
Heft kommt im DIN A4-Format und in Hochglanz daher und bietet einen informativen
und vielseitigen Überblick über die Stolpersteine, die seit 2005 auch in Achim verlegt
werden.
Iris Arndt und Monika Seitz vom Stadtarchiv waren im Zuge der Verlegung des
Stolpersteins für Curt Parker (Kurz Anspacher) im Jahr 2023 auf die Idee gekommen,
das frühere Stolpersteinheft komplett zu überarbeiten. „Im Zuge der Recherchen
haben wir dann zum Teil neue Erkenntnisse und Dokumente gefunden, die wir in der
Neuauflage auch gerne zeigen wollten“, fassen die beiden hauptamtlichen
Mitarbeiterinnen zusammen. Unterstützt wurden sie dabei von Edith Bielefeld, die
neben Monika Köhler das Stadtarchiv ehrenamtlich unterstützt.
Die von Künstler Gunter Demnig bundesweit verlegten Steine erinnern an die
Vertreibung der Juden, der Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der
Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und an die „Euthanasie”-Opfer im
Nationalsozialismus. Die Steine aus Messing werden in die Pflasterung des
Gehwegs integriert und wenn möglich am letzten bekannten Wohnort des Opfers
verlegt.
Auch jeder der rund 30 Steine in Achim erzählt daher eine Geschichte und ist mit
einem Schicksal und einem Menschen verbunden, der in Achim gelebt hat. Das
Stadtarchiv hat das Heft nach aktuellen Erkenntnissen über die Vergangenheit völlig
neu konzipiert. So ist ein moderner, sehr ansprechender und informativer Beitrag zur
Erinnerungskultur in Achim entstanden.
Bewusst soll das Heft in seiner Aufmachung auch junge Menschen ansprechen und
begeistern, um die Erinnerungskultur lebendig zu halten. So sind die weiterführenden
Schulen ohnehin bereits seit einigen Jahren in der Gestaltung der alljährlichen
Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht involviert. „Das ist uns sehr wichtig und dafür
sind wir dankbar, dass die Schülerinnen und Schüler sich regelmäßig einbringen und
Beiträge gegen das Vergessen erarbeiten“, sagt Erster Stadt Daniel Moos, bei dem
die Fäden für die Veranstaltung im Rathaus zusammenlaufen.
Das Heft enthält Stammbäume, historische Informationen zu den Familien, zu ihren
Wohnorten aber unter anderem auch zu Konzentrationslagern und weiteren
historischen Orten. Es gibt ein Stichwortverzeichnis und Kartenausschnitte, in denen
sich QR-Codes befinden, die direkt mit dem Smartphone gescannt werden können,
um die Navigation zu den einzelnen Standorten zu öffnen.
Wer sich für das Thema Stolpersteine und insbesondere die neue Broschüre des
Stadtarchivs interessiert, findet alle notwendigen Informationen auf der Internetseite
der Stadt – direkt unter www.achim.de/stolpersteine.

Mosterei Finkenburg
Dort kann die Broschüre auch in digitaler Form heruntergeladen werden. Im pdf-
Dokument müssen die in den Kartenausschnitten abgebildeten QR-Codes nur einmal
angetippt werden, damit sich die Navigation öffnet.
Die Broschüre kann auf der genannten Internetseite auch als kostenloses
Printprodukt in größeren Mengen – zum Beispiel für Schulklassen oder Vereine – zur
Selbstabholung nach einer Terminvereinbarung über ein Online-Formular bestellt
werden.
Ansonsten liegen einzelne Stolperstein-Broschüren in der Tourist-Information, in der
Stadtbibliothek, im Rathausfoyer und im Stadtarchiv zum Mitnehmen aus. (pm)


