18.02.2026 04:01
MARKUS TÖNNISHOFF

MARKUS TÖNNISHOFF Opfer werden, aber richtig!

📅 06.02.2026
🕒 19:30 Uhr Uhr
📍 Nostalgie Museum

Bremer Autor liest Satiren

Ist es eine gute Idee, angesichts steigender Energiepreise im Keller ein Atomkraftwerk zu bauen? Wie bestellt man ein Schwarzbrot, wenn der Begriff „Schwarz“ schon als rassistisch gilt? Kann man in einem Opfer-Kursus der Polizei lernen, ein verantwortungsvolles Überfallopfer zu werden, so dass der Täter nicht verletzt wird? Diese und weitere Fragen beantwortet der Weser-Kurier-Redakteur und Satire-Autor Markus Tönnishoff am Freitag, 6. Februar, ab 19.30 Uhr bei seiner Lesung im Nostalgie Museum an der Okeler Straße 10 in Syke-Okel. Tönnishoff will dort satirische Kurzgeschichten aus seinen vier Büchern vortragen. „Karl Valentin lebt. Ich habe mich schon langen nicht mehr so gut amüsiert“, schreibt Professor Dr. Walter Krämer, Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache, über Tönnishoffs Satiren. Und die Bremervörder Zeitung sekundiert: „Man könnte meinen, einen würdigen Nachfolger von Ephraim Kishon zu erleben.“ Der Eintritt ist frei, nach der Lesung geht der Hut rum.

 

Tönnishoff (60) unternimmt in seinen Satiren einen erfrischenden Spaziergang durch die Politik und das Alltagsleben, wobei er gerne das verbale Florett zum Einsatz bringt. Was passiert, wenn beim Polizeinotruf gespart wird? Auch mit dieser Frage hat der Journalist sich beschäftigt. Dann klingt es so: „Willkommen bei der Polizei. Unser Computer wird Sie durch das Menü führen. Wenn Sie einen Verkehrsunfall melden wollen, drücken Sie die 1, wenn Sie gerade überfallen werden, drücken sie die 2.“ Klar, dass der Autor im weiteren Verlauf die Dinge auf die Spitze treibt: „Will der Täter mehr als 100 Euro von Ihnen erbeuten, drücken Sie die 17, ist der Betrag kleiner, weisen Sie den Täter bitte darauf hin, dass auch kleinere Beträge versteuert werden müssen.“

 

Die Satiren sind oftmals so skurril, dass man kaum glauben mag, dass der Aufhänger der Geschichten stets der Realität entspringt. Gleichwohl zielt der Autor nicht nur auf die Lachmuskeln der Leser, die eine oder andere Geschichte ruft oft Nachdenklichkeit hervor. Doch wie kommt Tönnishoff zu seinen Themen? „Zeitung lesen, Radio hören und Augen sowie die Lauscher offen halten“, rät der Satiriker.

 

In den vergangenen zehn Jahren hat Tönnishoff nun schon mehr als 60 Lesungen in Bremen und Niedersachen über die Bühne gebracht, wie er sagt. „Teilweise kommen bis zu 50 Leute“, freut er sich. Wichtig sei ihm, dass die Besucher bei den rund eineinhalbstündigen Auftritten einfach ihren Spaß und eine unterhaltsame Zeit hätten. „Und ich glaube, das haben sie. Ich bin ein bisschen stolz darauf, dass es nur ganz selten vorkommt, dass ein Besucher in der Pause die Lesung verlässt. Aber das könnte auch daran liegen, dass die Türen in den Pausen abgeschlossen sind“, scherzt er.
Ein bisschen stolz sei er auf ein Buch, das er zusammen mit dem Maler Jens Rusch aus Schleswig-Holstein gemacht habe. Es heißt „Gemalte Tierversuche“. „Ich habe die Zeit des Lockdowns dafür genutzt, um seine Bilder mit humoristischen Texten zu versehen“, erklärt der Journalist. Und das ist offenbar auch andernorts gut angekommen, denn das Vorwort zu dem Werk stammt von Dietmar Wischmeyer, der unter anderem auch in der „Heute-Show“ auftritt.
Tönnishoff hat in der Vergangenheit zahlreiche Satiren für die Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ (www.welt.de) geschrieben. Auch in der „Berliner Zeitung“ (www.berliner-zeitung.de) war er mit humoristischen Ergebnissen seiner Großhirnrinde vertreten – ebenso selbstredend im Weser-Kurier. Tönnishoff hat Politikwissenschaft in Bremen studiert („Ich wundere mich heute noch darüber, dass trotzdem etwas aus mir geworden ist“) und eine Ausbildung zum Tageszeitungsredakteur und Online-Redakteur absolviert. Er war auch in der PR-Branche tätig.

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