Verden. Die SPD-Kreistagsfraktion Verden stärkt dem Förderverein Weser-Aller-Bündnis für Demokratie und Zivilcourage (Wabe e.V.) den Rücken. Bei einem intensiven Gespräch mit Veronika Krüger, Leiterin der Koordinierungs- und Fachstelle und Geschäftsführerin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie Niedersachsen, informierten sich die Sozialdemokraten über die aktuelle Lage der Demokratiearbeit im Landkreis Verden.
„WABE ist eine demokratische Antwort auf reale Bedrohungen“, so der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Heiko Oetjen. „Wer heute behauptet, die Arbeit sei einseitig, verkennt die Lage im Landkreis. Neonazis aus dem Landkreis Verden verüben Brandanschläge, Jugendliche werden radikalisiert, demokratische Akteure eingeschüchtert. Die Mobile Beratung reagiert auf das, was vor Ort passiert – nicht auf parteipolitische Wunschlisten.“

Mosterei Finkenburg
Die SPD-Kreisvorsitzende Özge Kadah ergänzt: „Demokratie lebt vom Engagement – und das braucht Verlässlichkeit. Die Mobile Beratung begleitet Schulen, Vereine und Kommunen oft über Monate hinweg. Die hohe Auslastung aller Regionalbüros allein im ersten Halbjahr 2025 sprechen eine klare Sprache.“
Veronika Krüger betont: „WABE steht für demokratisches Engagement. Wir setzen uns gegen jede Form von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ein – das heißt gegen antidemokratische Handlungen und Haltungen. Die Bedrohung durch die extreme Rechte ist aktuell besonders virulent, das zeigen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch die Rückmeldungen aus der Zivilgesellschaft.“
Die SPD-Fraktion verweist auf die bundesweit einmalige Struktur der Partnerschaft für Demokratie Nienburg/Verden, bei der vier Kommunen gemeinsam Fördermittel beantragen. Seit über 20 Jahren unterstützt der Landkreis Verden WABE mit jährlich 10.000 Euro. Doch die Bundesförderung bleibt trotz Tariferhöhungen konstant – eine faktische Kürzung, die die Beratungsarbeit gefährdet.
„Wer Demokratiearbeit ausbremst, spielt den Feinden der Demokratie in die Hände“, warnt Oetjen. Die SPD-Fraktion spricht sich daher klar für eine Verstetigung und Aufstockung der Mittel aus – sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- und Kreisebene.
„Wir stehen hinter WABE e.V.“, betont auch die Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth. „Und zwar aus demokratischer Überzeugung. Deswegen setze ich mich für die verlässliche Förderung der Mobilen Beratung durch das Land Niedersachsen auch in 2026 ein.“
WABE fördert Projekte wie Jugendkonferenzen, Argumentationstrainings, Multiplikatorenschulungen und Veranstaltungen wie zum Beispiel das „Fest der Vielfalt“ in Kirchlinteln. Die Mobile Beratung arbeitet vertraulich, systemisch und sozialraumorientiert – und ist damit ein unverzichtbarer Partner für demokratische Kultur im Landkreis.


