Nienburg, 17. Mai 2025 – Der Himmel spielt mit, als das Weserbeatz-Festival am Samstagnachmittag im Freibad Holtorf startet: Erst Regen, dann Aufklaren, am Abend schließlich Sonnenschein. Das Gelände füllt sich nach und nach, die Atmosphäre bleibt den ganzen Tag über offen, friedlich und aufmerksam – ganz so, wie es zu diesem besonderen Festival passt.
Weserbeatz – mehr als Musik
Seit seiner Gründung im Jahr 2017 versteht sich Weserbeatz als deutliches Zeichen gegen Rechts. Entstanden aus dem Protest gegen rechtsextreme Aktivitäten in der Region, ist es heute ein etabliertes, regional verankertes Festival mit Haltung. Nazis aus dem Takt bringen – so lautet das Motto, das weit über den Musikgeschmack hinausreicht. Der Eintritt ist frei, das Engagement echt – getragen von Ehrenamtlichen, Initiativen und einem Publikum, das nicht nur zuhört, sondern Haltung zeigt.

Mosterei Finkenburg
Eindrücke vom Festival
















Ein vielseitiges Line-up mit klarer Botschaft
Musikalisch zeigte das Festival auch 2025 wieder große Bandbreite: Den Auftakt machte um 17:00 Uhr das Frank Wesemann Akustik-Quartett, gefolgt um 18:00 Uhr von Continuum – einem Trio aus dem Landkreis Nienburg, das unter dem Motto „Blues Rock and more“ sowohl Klassiker aus Rock und Metal als auch eigene Songs präsentierte. Ihr Auftritt war kraftvoll, authentisch und kam beim Publikum gut an.
Im Anschluss spielte Unsparrow mit deutschsprachigem Alternative Rock, bevor um 20:00 Uhr Brennholzverleih die Bühne übernahm und mit politischem Ska für Bewegung sorgte. Das Publikum zog geschlossen vor die Bühne und tanzte mit.
Ab 21:10 Uhr folgte Tilly Pantha – energiegeladen, bunt und mit starker Botschaft. Zwischen Rap, Pop, E-Gitarre und feministischen Texten überzeugte sie mit musikalischer Vielfalt und Bühnenpräsenz.
Den Abschluss bildete ab 22:20 Uhr Mizi, gemeinsam mit Sebo und Elena von Da Riches. Ihr Set war verspielt, tiefgründig, elektronisch – und absolut tanzbar. Ein würdiger Schlusspunkt für einen vielfältigen und klar positionierten Festivaltag.
Falafel, Bratwurst und Gespräche am Rand
Auch abseits der Bühne war das Festival gut aufgestellt: Getränke, Snacks, Infoangebote – alles da, alles unkompliziert. Zwei Infostände waren am Abend noch besetzt, einige Besucher nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen, andere genossen einfach die entspannte Atmosphäre unter freiem Himmel.
Ein starkes Zeichen für die Region
Weserbeatz zeigt, wie viel Kraft in lokalem Engagement steckt – musikalisch, organisatorisch und gesellschaftlich. Es ist ein Festival, das nicht auf Lautstärke allein setzt, sondern auf Inhalt, Vielfalt und Zusammenhalt. Ein Tag, der in Erinnerung bleibt – nicht trotz des Wetters, sondern auch wegen der Menschen, die ihn gemeinsam gestaltet haben.
Fotos und Artikel: JA


